Allradfahrzeuge im Winter – jenseits der Fahrphysik

Irgendwie hat man ja immer das Gefühl, mit einem Allradfahrzeug immer überall durchzukommen, egal welches Terrain, egal welche Witterung. Selbst steile Schotterpisten oder windiges Schneetreiben tangieren uns nur peripher. Aber ist das wirklich so?

Klar, die Fahrzeuge sind für jedes Terrain gerüstet, meistern viele Herausforderungen, selbst wenn diese das Team Mensch-Maschine manchmal an ihre Grenzen bringen. Im Winter jedoch besteht auch für Allradfahrzeuge Winterreifenpflicht. Das Schneegestöber lässt sich eben dann doch nicht so leicht wegwischen, gleiches gilt für die Grenzen der Fahrphysik. Auch mit Allradfahrzeugen sollte man sein Fahrverhalten den winterlichen Gegebenheiten anpassen.

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Ist man auf Passstraßen unterwegs, sollte man auch dem starken Offroader Schneeketten zur Verfügung stellen. Moderne Allradfahrzeuge haben zumeist keinen permanenten Vierradantrieb. Nur im Bedarfsfall wird die zweite Antriebsachse zugeschaltet. Daher ist es ratsam, die Schneeketten auf die Räder der permanent angetriebenen Achse zu montieren, zumeist ist das die vordere.

Wie bei anderen Fahrzeugen gilt auch bei Allradlern, dass die Profiltiefe bei den Winterreifen mindestens vier Zentimeter betragen sollte. Alle sechs Jahre werden im Durchschnitt neue Winterreifen fällig, selbst wenn die Profiltiefe zu diesem Zeitpunkt noch ausreichend sein sollte. Das Gummi erhärtet einfach nach einiger Zeit. Zudem lässt nach diesem Zeitraum in der Regel auch die Traktion nach. Das Alter eines Reifens kann man mit einem Blick auf die DOT-Kennziffer auf der Seitenwand des Reifens ermitteln. Dabei stehen die ersten beiden Ziffern für die Produktionswoche, die letzten beiden für das Jahr.

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Nicht nur technisch sollte ein Allradfahrzeug den winterlichen Straßenverhältnissen angepasst werden, auch die Denkweise des Fahrers sollte auf Winter umschalten. Eine allgemein gute Traktion verführt leicht zum schnelleren Fahren. Man wiegt sich dank des besseren Vortriebs in Sicherheit. Die Folgen sind im Unfallsfall daher oft fatal. Auch Allradfahrer sollten ihre Fahrweise den winterlichen Straßenzuständen anpassen und es bei Schnee und Eisglätte langsam angehen lassen. Das ESP sollte auf rutschigen Straßen übrigens aus Sicherheitsgründen immer eingeschaltet bleiben.